Am 20. September feiern wir den Tag des Heiligen Eustachius. Nur wenige Menschen wissen um die Ursprünge unserer zwei Jagdheiligen, Eustachius und Hubertus. Der wenig bekannte hl. Eustachius war einer der ersten Märtyrer (gest. 118), er wurde als Patron der Jäger und Förster angebetet. Der hl. Hubertus wird in unseren Breiten als Jagdheiliger seit langer Zeit verehrt.
Zuerst zum älteren Jagdheiligen, dem hl. Eustachius. Dieser ist nicht nur einer der ersten Märtyrer, er ist auch der erste der 14 Nothelfer. Als Nothelfer steht er für Familienangelegenheiten und Trauerfälle, zudem ist er ist nicht nur Patron der Jäger und Förster, sondern auch der Klempner, Tuchhändler und Krämer. Sein Attribut ist unverkennbar der Hirsch mit einem Kruzifix zwischen den Geweihstangen.
Im Mittelalter war Eustachius als Jagdheiliger in Europa weit verbreitet. Die Bekehrung des Eustachius, welcher früher Placidus hieß und ein hoher Offizier unter Kaiser Trajan war, erfolgte durch die sogenannte „Hirschvision“.
Diese durchwegs bekannte "Hirsch-Legende" dürfte einer WANDERLEGENDE aus Indien, die über Mesopotamien nach Europa gelangte, entspringen. Eine Version dieser Legende stammt aus Ceylon, ca. 240 vor Christus:
König DEVANAMPIYA war mit großem Gefolge auf der Jagd, er verfolgte einen starken Hirsch.
Der König verlor ihn aus den Augen, aber dann erschien er auf einem Felsen über ihm, mit einem leuchtenden Stern zwischen den Geweihstangen.
Dieser gab sich als Sohn des indischen Weltenkaisers ASCHOKA zu erkennen und verkündete, dass er gekommen sei, um den Menschen die Lehren BUDDHAS zu bringen.
Eustachius war, wie gesagt ein erfolgreicher römischer Feldherr, der durch die Hirsch-Erscheinung zum christlichen Glauben bekehrt wurde und sich und seine Familie taufen ließ.
EUSTACHIUS und seine Familie wollen keinen Götzendienst leisten, daher werden sie verurteilt und in einem glühenden, ehernen Stier verbrannt. Nach drei Tagen findet man sie zwar tot, aber sonst unversehrt.
Der 3. November war vorerst der Feiertag des Märtyrers EUSTACHIUS. Später wurde der Gedenktag (wegen Hubertus) auf den 20. September verlegt.
Die Hirsch-Erscheinung wurde von Eustachius auf Hubertus übertragen.
Aus der „Vita St. Hugberti“, die 744 entstand, wissen wir, dass HUBERTUS schon in jugendlichem Alter als Schüler zu Bischof Lambert kam. Er hatte daher keine Familie und musste auch nicht bekehrt werden. Die Legende von der Bekehrung durch die Hirscherscheinung wurde lediglich auf Hubertus übertragen. Es ist auch nicht belegt, ob Hubertus überhaupt Jäger war. Er war seit seiner frühen Jugend bereits Geistlicher!
Als einfühlsamer Missionar bekehrte der Hl. HUBERTUS die Jäger in den Ardennen zum Christentum. Er achtete die alten Bräuche und brachte die Jägerschaft dazu, die Erstlinge der Jagdbeute nicht mehr der Jagdgöttin DIANA / ARDUINNA, sondern dem Hl. PETRUS zu opfern.
Schon im 9. Jahrhundert wurde HUBERTUS in den Ardennen als Schutzpatron der Jagd verehrt.
Beide Bilder zeigen den Hl. EUSTACHIUS, auf den im 3. Jahrhundert nach Christus die buddhistische Legende mit dem Hirsch übertragen wurde. Aber weder EUSTACHIUS noch PLACITUS – wie er früher hieß – konnte bisher geschichtlich nachgewiesen werden.
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